21. April, 21.00 Uhr: Lyambiko – Love Letters

Jazz Club, Minden
Nicht zuletzt ihre beiden jüngsten Alben Lyambiko Sings Gershwin (2012) und Muse (2015) haben gezeigt, dass die Echo-Preisträgerin es liebt, einen roten Faden durch die Songs ihrer Alben zu spinnen. Zu Love Letters hat sie der zufällige Fund einer Kiste voller Liebesbriefe auf dem Dachboden des Elternhauses ihres Mannes inspiriert. Getrennt durch weit entfernte Arbeitsplätze und letztlich den Zweiten Weltkrieg, hatten dessen Großeltern in der Zeit von 1933 bis 1944 oft nur über diesen Briefwechsel die Möglichkeit, Kontakt zueinander zu halten, um sich ihrer Liebe zu versichern oder sich über Alltägliches auszutauschen. „Ich habe diese Briefe innerhalb weniger Tage verschlungen. Das war, als würde man einen Roman lesen“, erinnert sich Lyambiko. Beim Lesen der Briefe kam ihr die Idee zu Love Letters. „Ich begann, die damaligen Zeiten mit heute zu vergleichen. So kamen die beiden Ebenen von Alt und Neu zusammen. Daraus erwuchs das Bedürfnis, alte Stücke aufzunehmen, von denen ich mir hätte vorstellen können, die könnte sie vor sich hin geträllert haben, wenn sie an ihn gedacht hat. Dazu wollte ich neue Stücke schreiben, die besser auf mich passen.“ Mit großem Feingefühl werden die Oldtimer und neue Lieder zu einem stimmigen Ganzen verwebt. Love Letters ist ein zeitloser Kontrapunkt zur Kurzlebigkeit von Twitter und Facebook, ein hörbar gemachtes Gefühl und eine sehr persönliche Zeitreise mit Rückfahrkarte.
Tickets gibt es an der Abendkasse (Reservierungen auf www.jazz-minden.de) und auf www.eventim.de.

Foto: Uwe Arens