26. November 2019: Die Renaissance des Pilgerns

Christian Kurrat

Minden. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich das Pilgertum auf dem Jakobsweg zu einer ausgesprochen populären Praxis entwickelt. Im Jahr 2018 wurden fast 330.000 Pilgerinnen und Pilger aus 177 Nationen in Santiago de Compostela registriert, wo das Grab des Apostels Jakobus vermutet wird. Tendenz steigend. In einer soziologischen Dissertation hat Dr. Christian Kurrat von der FernUniversität Hagen erforscht, was Menschen zum Pilgern veranlasst. Am Dienstag, 26. November 2019, 19.30 Uhr, wird der Sozialwissenschaftler berichten, dass Pilgern ein biografisches Programm ist: Menschen pilgern in typischen Lebenssituationen, um in der Außeralltäglichkeit und im Gespräch mit ungekannten Anderen Krisen zu bewältigen oder biografische Übergänge zu gestalten, um ihr Leben zu reflektieren oder zu bilanzieren sowie um neue Identitäten zu konstruieren. Die Typen des spätmodernen europäischen Pilgertums werden in seinem Vortrag mit anschaulichen Interviewzitaten erklärt. Die Veranstaltung des Vereins Sigwardsweg in Zusammenarbeit mit dem Dombau-Verein Minden und dem Kirchenkreis Minden findet im Haus am Dom, Kleiner Domhof 30, statt. Der Eintritt ist frei.

Text + Foto: privat