Achim Elfers: Lehr- und Wörterbuch der Umgangssprache

(Verlag Ch.Möllmann)

So ´n Buch zu schreiben, is gar nich ma so einfach. Eine leere Seite glotzt Dich blöd an und du sollst nun irgendwas Sinnvolles drauf klieren, was die Leute interessieren tut und wofür sie bereitwillig ihre Kohle übern Tresen reichen. Autor Achim Elfers hat über die Jahre hinweg in seinem Nüschel immer mal wieder coole Ideen ausgeheckt. Auch in einem seiner aktuellen Pamphlete gibt’s ne Menge zu entdecken. Jenseits von Beamtendeutsch, Fachchinesisch und Anwaltslatein existieren nämlich auch noch Menschen, die so quatschen, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. „Umgangssprache“ nennt man das umgangssprachlich. Jener niedrigsten Form der Kommunikation ist dieses Werk gewidmet, ein Lehr- und Wörterbuch, das nicht nur auf dem deutschen Markt seinesgleichen sucht. Der Verfasser präsentiert sich hier in einer blendenden Verfassung. Achim Elfers wurde übrigens in Paderborn geboren, aber das sollte man ihm nicht weiter übel nehmen. Immerhin hat er Philosophie, Germanistik und Musikwissenschaft studiert. Man munkelt, er sei auch sonst ein sehr potenter Zeitgenosse, aber das nur am Rande. Das Buch wurde auf exzellentem Papier gedruckt und ist leicht umblätterbar. Es liegt sehr gut in der Hand und die angenehmen Beige- und Brauntöne des Einbands sind dem Auge ein Wohlgefallen. Der Geruchs- (typisch Neubuch) und der Geschmackstest (neutral) fallen erfreulich aus. Aber natürlich spielt auch der Inhalt eine gewisse Rolle. Der Autor lässt den Konsumenten nicht mit einem schnöden Nachschlagewerk allein, er erklärt auch ausführlich, worum es hier geht. In unserer schnelllebigen Zeit ist ihm das gar nicht hoch genug anzurechnen. Vielleicht eines der besten Bücher überhaupt.

André Wesche