Appetit auf Tischmanieren

links Ruth Graf – rechts Birte Steinkamp / Foto: privat

Im Stemweder Hof waren die Tische besonders schön gedeckt, denn UTE (UnternehmerinnenTreff Espelkamp, Rahden, Stemwede und Umgebung) lädt zum Knigge Dinner ein. Neugierig versammeln sich 21 Gäste um Birte Steinkamp, Trainerin für Business-Etikette. Sie führt durch den Abend und klärt über aktuelle Tischsitten im privaten und geschäftlichen Rahmen auf. Nach dem gemeinsamen Aperitif und einem lockeren Empfang referiert Steinkamp über die ersten Fettnäpfchen eines Restaurantbesuches, wie die Reihenfolge des Eintretens, das Begleiten zum Platz, das Abnehmen des Mantels und das Platznehmen am Tisch. „Sie sitzen richtig, wenn hinter Ihnen eine Maus Platz auf dem Stuhl hat und Sie auf dem Schoß noch eine Katze streicheln können“ ist sicher eine hilfreiche Eselsbrücke. Dass alle persönlichen Gegenstände wie Handy, Kalender und Schlüssel nichts auf dem Tisch zu suchen haben, überrascht niemanden. „Und doch“, so die Kniggeexpertin, „sieht man es leider sehr häufig, dass gerade Smartphones die schöne Ästhetik des gedeckten Tisches stören“.

Ruth Graf, Initiatorin des Abends, fragt sich, wie man zuhause mit dem Dekanter korrekt umgeht und eine Besucherin stellt fest „Irgendwie bin ich immer die Erste, die mit dem Essen fertig ist. Das ist manchmal unangenehm.“ Solche und viele weitere Unsicherheiten werden behandelt und machen den Abend lebhaft und sicher für jeden lehrreich. Birte Steinkamp bespricht Themen wie schwierige und typische Speisen, den korrekten Umgang mit dem Besteck und verschiedenen Gängen und auch das ansprechende Verhalten gegenüber dem Service.

Das 3-Gang-Menü hält bereits bei der Suppe das erste Fettnäpfchen bereit, denn diese, so Steinkamp, löffelt man stets vom Körper weg Richtung Tischmitte. Dass nicht gepustet, geschlürft oder der Löffel am Tassenrand abgestrichen werden darf, stellt den ein oder anderen Gast vor eine ungewohnte Hürde. Gemeinsam zu essen bedeutet jedoch nicht nur satt zu werden, sondern gemeinsam Zeit zu verbringen und für meine Tischnachbarn ein angenehmes Gegenüber zu sein. „Es geht nicht nur darum, ob ich die Kartoffel heutzutage mit dem Messer schneiden darf und wo die Handtasche wirklich hingehört“, so die Referentin, „viel wertvoller ist es, seine Pflichten als Gastgeber zu kennen, eine gute Tischkultur zu leben und so allen Anwesenden eine gute Zeit zu ermöglichen.“ Viele Tipps rund um traditionelle und aktuelle Umgangsformen runden das Menü ab. Ruth Graf fasst den Abend als ein unterhaltsames und gleichzeitig köstliches Erlebnis zusammen. Ihre eigenen Erfahrungen aus der Jugend kann sie heute mit Humor nehmen „Es geht ja nicht um steife Etikette, ich darf und sollte auch ruhig ein wenig locker bleiben und nicht alles so eng sehen.“

UTE – unternehmerisch – tolerant – erfolgreich.

Die nächste UTE Veranstaltung findet am Dienstag, 16. Oktober 2018 um 19.30 Uhr im GAZ statt. Thema des Abends: Unser Arbeitsspeicher – Der Chef im Gehirn.

Text: privat