Body & Soul Bärlauch, Pesto & andere Marinaden

Foto: Peter Smola / pixelio.de

Ernährungstipp von Heilpraktikerin Heike Prokisch

Es gibt unzählig viele heimische Kräuter, die traditionell in Wild- und Gartenkräuter unterteilt werden. Wenn heimische Kräuter im Garten unerwünscht sind, weil sie durch starke Vermehrung störend im Gartenbild erscheinen, werden sie oft zu Unrecht als Unkraut bezeichnet.

Wildkräuter wären demnach solche heimischen Kräuter, die zwar nicht angebaut wurden, aber dennoch in Garten, Feld und Wald wachsen. Sie können in der Küche für aromatischen Geschmack eingesetzt werden, aber auch in der Medizin können sie hilfreich sein und eine
heilende Wirkung haben.

Heute wird Bärlauch vorgestellt:
Die Saison des BÄRLAUCH ist jetzt im Frühjahr und er ist mindestens genauso wirksam wie der Knoblauch! Bitte nicht zu verwechseln mit Maiglöckchen und Herbstzeitlosen. Sie sehen dem Bärlauch zum Verwechseln ähnlich, verströmen aber keinen Knoblauchduft.
Im Zweifelsfall sollte man einen fachkundigen Kräuterkundler zu Rate ziehen bzw. eine Wildkräuterwanderung mitmachen.

Bärlauch enthält Allicin
Allicin ist vor allem für seine antibakterielle und keimtötende Wirkung bekannt, es wirkt wie ein natürliches Antibiotikum. Es ist ein bewährtes Mittel gegen Arteriosklerose und kann – zusammen mit einer gesunden Lebensführung – bewirken, gefährlichen Gefäßkomplikationen vorzubeugen. Aber auch gegen verschiedene Krebszellen ist Allicin wirksam und kann diese reduzieren.


Bärlauch enthält Chlorophyll
Chlorophyll – der grüne Pflanzenfarbstoff – ist eine der besten Substanzen überhaupt, wenn es darum geht, unsere Gesundheit zu unterstützen und bestmöglich zu erhalten. Bärlauch weist einen relativ hohen Gehalt an Chlorophyll auf: So enthalten 100 Gramm Bärlauch 422 mg Chlorophyll, im Spinat sind es nur115 mg Chlorophyll!

Chlorophyll ist nah verwandt mit dem Hämoglobin (roter Blutfarbstoff). Dieses ist für den Sauerstofftransport verantwortlich.

Chlorophyll und Hämoglobin unterscheiden sich nur durch eine Kleinigkeit: Anstelle des Eisenmoleküls im Zentrum des Hämoglobins enthält Chlorophyll ein Magnesiummolekül. So wird Chlorophyll oft auch als „grünes Blut“ bezeichnet.

Dadurch erklärt sich, dass Chlorophyll die Blutbildung und die Sauerstoffversorgung optimiert. Zudem unterstützt es die Entgiftung von verschiedenen gesundheitsschädlichen Stoffen wie z. B. Aflatoxinen und Schwermetallen.

Bärlauch – Eine gute Schwefelquelle
Gerade die Schwefelverbindungen sind sehr wertvoll und gesund für unseren Körper. Bärlauch weißt oftmals denselben Schwefelgehalt von Knoblauch auf. Dieser wirkt entgiftend, ist am Aufbau vieler Enzyme und Proteine beteiligt und hält unsere Gelenke beweglich, da er entzündungshemmend und abschwellend wirkt! Auch für die Insulinproduktion und ein gut funktionierendes Immunsystem wird Schwefel benötigt.

Bärlauch wirkt entgiftend
Bärlauch ist sehr häufig Bestandteil von Ausleitungs- und Entgiftungskuren. Hier wirken in Kombination Vitamin C, Chlorophyll, Schwefel und viele weitere bärlauchtypische Pflanzenstoffe. Sie alle unterstützen die Ausleitung von Giftstoffen, Schwermetallen und Kanzerogenen.

Bärlauch gegen Bluthochdruck
Auch bei erhöhtem Blutdruck entfaltet der Bärlauch eine gute Wirkung. Man hat festgestellt, dass er leicht blutverdünnend wirkt und die Fließeigenschaft des Blutes verbessert. Forscher in Washington stellten fest, dass eine Ernährung mit Bärlauch nach 45 Tagen den systolischen Blutdruck bei Probanden mit Bluthochdruck signifikant reduzierte.

Bärlauch gegen Arterienverkalkung
Arteriosklerose gehört mittlerweile zu den häufigsten Todesursachen. Denn sind die Arterien erst einmal blockiert, entwickelt sich daraus schnell ein Herzinfarkt, ein Schlaganfall oder eine Embolie. Bärlauch kann, wie inzwischen mehrfach wissenschaftlich nachgewiesen wurde, konkret der Bildung von Plaque (Ablagerungen in den Gefäßen) zusammen mit einer gesunden Lebensführung vorbeugen.

Bärlauch in der Küche
Für den Genuss des Bärlauchs gibt es zahlreiche Rezepte, am besten verzehrt man ihn allerdings möglichst roh! Er kann einfach kleingeschnitten als Gewürz in Salaten, Aufstrichen, Pesto und fertig gekochten Suppen und warmen Gerichten roh verwendet werden. Das ist vor allem für das hitzeempfindliche Vitamin C, das Allicin und die anderen Schwefelverbindungen wichtig.

Nach dem Sammeln ist es wichtig, die Kräuter sehr gründlich einzeln abzuwaschen und anschließend durch Abreiben mit einem sauberen Papiertuch abzutrocknen, um eventuell mit dem Fuchsbandwurm kontaminierte Blätter/Kräuter reinzubekommen.

 

Bärlauch-Öl


Zutaten:
• 500 ml kaltgepresstes Olivenöl
• 1 Handvoll frischer Bärlauch

Die Bärlauchblätter sehr gründlich waschen und anschließend sehr gut abtrocknen, da das Öl später schnell durch die Restfeuchtigkeit verderben könnte.

Die trockenen Blätter in dünne Streifen schneiden und in eine gutverschließbare Flasche geben. Danach das Ganze mit dem Olivenöl auffüllen.

Damit das Öl den vollen Geschmack des Bärlauchs annimmt, ist es sinnvoll, die Flasche an einem dunklen und kühlen Ort für mind. 14 Tage zu lagern. Das fertige Bärlauch-Öl eignet sich hervorragend zum Würzen, Einlegen, Marinieren und für Salate!

 

Bärlauchpesto

Zutaten für ca. 4 Portionen:
• 150 g frischer Bärlauch
• 80–100 g Cashewkerne und/oder Walnusskerne (trocken anrösten)
• Steinsalz nach Geschmack
• 1 El Zitronensaft
• ca. 150 ml kaltgepresstes Olivenöl (nach Wunsch der Konsistenz)

Den Bärlauch gründlich waschen und die Nusskerne bei kleiner Hitze vorsichtig anrösten. Alle Zutaten mischen und mit einem Passierstab fein pürieren und anschließend das Pesto einige Minuten durchziehen lassen. Danach nochmals gut abschmecken und mit Pasta, als Brotaufstrich oder als leckeren Dipp genießen!