Der Grill-Spaß geht weiter – Deftiges, Delikates oder Süßes vom Rost

Mittlerweile ist Grillen ganzjährig angesagt. Besonders großes Vergnügen macht die hierzulande beliebteste Freizeitbeschäftigung aber nach wie vor, wenn milde Temperaturen zum Aufenthalt im Freien einladen. Sofern es der April gut meint, kann man in den nächsten Wochen mit der Familie oder Freunden erstmals gemütlich draußen zusammen sitzen und die Gaumenfreuden vom Rost genießen. Damit in den kommenden Monaten keine kulinarische Langeweile aufkommt, lohnt es sich neben den Klassikern wie Steaks, Spareribs und Bratwürsten aus Rind- und Schweinefleisch auch mal Ungewohntes aufzulegen. Sehr lecker und hervorragend zum Grillen geeignet sind beispielsweise Fische wie Forelle, Steinbutt oder Seezunge. Hoch im Kurs bei Kindern stehen Burger, als Nachtisch Marshmallows. Raffiniert zubereiten lassen sich außerdem Gemüse und Obst. Gefragt sind Kreativität und Experimentierfreude!

Das Geschmackserlebnis des Grillguts ist jedoch nicht allein von der Qualität der Produkte abhängig, sondern entscheidend von der korrekten Vorgehensweise. Beim Holzkohlegrill, der am häufigsten verwendet wird, müssen mindestens 20 Minuten eingeplant werden, bis die Kohlen bzw. Briketts nach dem Anzünden richtig durchgeglüht sind. Erst wenn eine feine weiße Ascheschicht die Stücke überzieht, ist die optimale Gartemperatur erreicht. Auf den zuvor eingeölten Rost kann dann bis auf gepökeltes Fleisch wie Kassler und Schinkenspeck, das bei starker Hitze krebserregende Nitrosamine bildet, fast alles aufgelegt werden, wonach einem gelüstet. Um Flammen und Qualm zu vermeiden, sollte überschüssige Marinade allerdings vom Fleisch abgetupft werden. Ansonsten wird grundsätzlich nach dem Garen gewürzt. Nicht zu dünn geschnittenes Fleisch mit feinen Fettadern, das ungefähr eine Stunde vor dem Grillen aus dem Kühlschrank genommen wird, ist für den Holzkohlegrill ideal. Schweinefleisch und Geflügel sollten immer „gut durch“ auf den Teller kommen, Rindfleisch oder Lamm können auch innen rosa und leicht blutig serviert werden. Eine Druckprobe zeigt den Zustand: Fast rohes Fleisch ist sehr weich, leicht rosa Fleisch gibt federnd nach, durchgebratenes überhaupt nicht. Damit Steaks und andere dicke Stücke ihr volles Aroma entwickeln, ist zwischen Grillen und Verzehr eine Ruhezeit von 5 bis 10 Minuten ratsam. Fische von fester Konsistenz wie Thunfisch können als Filet gegrillt werden, Lachs z. B. als Ganzes im Korb oder eingewickelt in Alufolie. Garnelen oder Hummer gehören in eine geölte Alu-Schale, ebenso grob geschnittenes Gemüse und Pilze. Shrimps kommen auf den Spieß. Bei Maiskolben und Folienkartoffeln empfiehlt sich das Vorgaren. Sehr köstlich sind Grillkäse, die aufgrund ihrer speziellen Eiweißstruktur und den hohen Anteil an Proteinen in der Molke auf dem Rost nicht schmelzen. Ein Tipp nicht nur für Veganer sind pflanzliche Fleisch-Alternativen, etwa Tofu aus Soja oder Seitan aus Weizen. Den richtigen Pfiff verleihen frische Kräuter wie Rosmarin, Thymian und Majoran oder eine würzige Marinade. Vielfältige Möglichkeiten bietet ebenfalls Polenta, die beliebig mit Gewürzen verfeinert werden kann. Abgekühlt zu einer Rolle geformt und in fingerdicke Scheiben geschnitten, grillt man die Beilage wie Tofu und Seitan in einer Schale. Ein Must have auf dem Esstisch sind Dips, dickflüssige, kalte Würzsoßen, die zu Fleisch oder Fisch und zum Eintauchen von rohem Gemüse gereicht werden, außerdem die aus der indischen Küche stammenden süßsäuerlich-fruchtigen, mitunter scharfen Chutneys sowie die etwas säuerlicher schmeckenden Relishes aus eingelegten oder kurz eingekochten Frucht- und Gemüsestückchen. Ein süßer Abschluss, der bei Groß und Klein bestens ankommen dürfte, sind mundgerechte zerteilte Pfirsiche, Ananas und Bananen, die mit etwas Honig beträufelt in einer Schale erwärmt und anschließend an Vanilleeis serviert werden.

Foto: Rainer Sturm / pixelio.de