„Dreck am Stecken“ von ‚Alexandra Fröhlich

Gelesen von D. Böttjer

Die manisch depressive und alkoholsüchtige Mutter wollte nie über die Vergangenheit sprechen. Schließlich hatte sie genug mit der Gegenwart zu tun. Da waren ihre vier Kinder von vier verschiedenen Vätern, die sich nicht um ihre Kinder kümmerten. Nur einer zahlte lediglich den Unterhalt für seinen Sohn. Für ihre Jungen Jakob, Simon, Philipp und Johannes ist sie dennoch unbestritten das Zentrum. Eines Tages steht plötzlich der bis dahin völlig unbekannte Großvater mit seinem Koffer vor der Hamburger Tür und quartiert sich gewissermaßen selbst ein. Er stört die Jungs nicht sonderlich und erweist sich als nützliches Familienmitglied, als die Mutter nach dem 18. Geburtstag von Johannes Selbstmord begeht. Opa Heinrich übernimmt die Vormundschaft für die verwaisten Jungs.
Aus den Jungs werden Männer, der eine ist ein stotternder Journalist, der zweite ein arroganter Manager, der dritte ein sensibler Künstler mit psychischen Problemen und der vierte ein alkoholsüchtiger Arzt. Als der Großvater eines Tages stirbt, tauchen auf seiner Beerdigung zur Überraschung der Vier viele Menschen auf, die sie noch nie gesehen haben. Einige sind sogar aus Argentinien angereist, darunter auch die ihnen bisher unbekannte Oma erscheint und beschimpft die Männer aufs Übelste. Opa Heinrich hinterlässt den Männern eine Kiste mit alten Dokumenten und einem Tagebuch. Jetzt haben sie endlich die Gelegenheit etwas mehr aus der Vergangenheit zu erfahren. Hatte Opa etwa Dreck am Stecken? Oder ist es Zufall, dass er nach dem Krieg mit der bislang unbekannten Oma nach Argentinien ausgewandert ist, ausgerechnet das Land, wo nach 1945 viele alte Nazis und auch Kriegsverbrecher Zuflucht fanden?

Erschienen bei Penguin, Paperback, Klappenbroschur
ISBN: 978-3-328-10231-1