„Du bist, was du liest“: Über die Geschichte der Bestseller nach 1945

Jörg Morgenau © Anna Wiese

Minden. Am 19. Februar, 19 Uhr, ist Jörg Magenau mit seinem Buch „Bestseller: Bücher, die wir liebten – und was sie über uns verraten“  zu Gast in der Stadtbibliothek Minden .

Bestseller sind mehr als erfolgreiche Bücher. Sie sind Spiegel ihrer Zeit. Jörg Magenau erzählt die Geschichte hinter dem Erfolg: Warum bestimmte Themen zu einer bestimmten Zeit so mächtig wurden. Wie der einsame Vorgang des Lesens zum massenhaften Ereignis wird. Was die Bücher über uns als Gesellschaft und unsere Stimmung aussagen. Jede Leserin und jeder Leser weiß es: Ein Platz auf der Bestsellerliste ist kein Qualitätsmerkmal. Und doch gibt es Gründe und Bedingungen dafür, dass tausende Leser*innen zur selben Lektüre greifen. Denn Bücher sind nicht nur ein Teil unseres Lebens, auch wir Leser sind in ihnen enthalten.

Zwischen den Seiten finden wir unsere Ängste, Hoffnungen und Wünsche wieder, wir befriedigen unsere Neugier und Sensationslust. Der Bestseller entsteht in dem Augenblick, wenn sich unsere Sehnsüchte, Wissens- und Unterhaltungsbedürfnisse mit jenen vieler anderer Leser*innen überschneiden. So erkennt sich im Bestseller jede*r von uns als Teil einer Gemeinschaft der Lesenden wieder und sieht, dass er beim Lesen eben doch nicht alleine ist.

Jörg Magenau hat in den Bestsellerregalen von 1945 bis heute danach gefahndet, was diese Bücher über Leser verraten. Er studierte in Berlin Philosophie und Germanistik. Er gehörte zu den Gründern der Wochenzeitung Freitag, deren Literaturredakteur er bis 1996 war. Er arbeitete für die taz und die FAZ und ist seit 2002 freier Autor, unter anderem für die Süddeutsche Zeitung und Deutschlandfunk Kultur. Der Schriftsteller verfasste umfassende Biographien über Christa Wolf, Martin Walser sowie über Ernst und Friedrich Georg Jünger. Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit von Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, Volkshochschule, Stadtbibliothek und mit  Unterstützung des Hoffmann und Campe Verlags statt. Der Eintritt ist frei.

Text: privat