“Entdecken, was uns verbindet” – Tag des offenen Denksmals im LWL-Industriemuseum Glashütte Gernheim

Der Glasturm von 1826 ist heute der Ort der Schauproduktion. Foto: LWL / Holtappels

Petershagen (lwl). Am Sonntag (9.9.) findet zum 25. Mal bundesweit der Tag des offenen Denkmals statt. Unter dem diesjährigen Motto „Entdecken, was uns verbindet“ bietet der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Industriemuseum Glashütte Gernheim mehrere Führungen an. Die Teilnahme und der Eintritt sind frei.

Die erste Führung beginnt um 11 Uhr und zeigt die Glasproduktion sowie das Leben der Arbeiter und ihrer Familienangehörigen in der frühindustriellen Phase des 19. Jahrhunderts. Der Rundgang führt auch in den Glasturm von 1826, wo erfahrene Glasmacher vor den Augen der Besucher mundgeblasenes Glas herstellen. Die Gläser werden in der Schleiferei vom Graveur nachbearbeitet und verfeinert.

Um 12.45 und 13.45 Uhr finden unter dem Motto „Macht und Pracht“ zwei Führungen im Herrenhaus statt. Literaturexpertin Angelika Hornig berichtet aus dem Leben der Fabrikantengattin Clementine Schrader (1833-1909). Neben der Erziehung der zwölf Kinder und der Führung der Hausangestellten hatte sie einen regen Briefwechsel
mit der weitläufigen Verwandtschaft und hielt das wichtige Netzwerk einer bürgerlichen Familie zusammen.

Durch die Sonderausstellung „Le forme del vetro. Glas des frühen 20 Jahrhundert aus Murano“ führt ab 15 Uhr Museumsleiterin Dr. Katrin Holthaus. Sie erklärt die Bedeutung der Epoche: „Die Glashütten Muranos lösten sich Anfang des 20. Jahrhunderts von den überlieferten Gestaltungen des vorhergehenden Jahrhunderts und entwickelten eine aus heutiger Sicht moderne Formensprache. An die Stelle üppiger Dekore und detailreicher Applikationen trat nun eine reduzierte Gestaltung mit klaren Konturen und oft monochromen Glasmassen.“ Die Gläser der Ausstellung zeigen das spannungsreiche Verhältnis zwischen Tradition und Neuschöpfung, wie sie sich in jener Zeit auch andernorts entwickelte.

Text: privat