Im Fadenkreuz: American Sniper

Chris Kyle (im Film verkörpert von Bradley Cooper) galt als treffsicherster Scharfschütze der Navy Seals. In seiner Autobiografie schildert der Soldat, wie er im Einsatz schwere Entscheidungen über Leben und Tod treffen musste und wie seine Ehe mit Taya Renae Kyle (hier: Sienna Miller) unter den Kriegseinsätzen litt. „American Sniper” ist ein Film, den man zunächst nur vom handwerklichen Standpunkt beurteilen kann. Clint Eastwood ist ein Filmemacher der alten Schule und „altmodisch“ ist in diesem Fall ein Synonym für qualitativ hochwertig. Jede Einstellung und jeder Schnitt ergibt sich zwangsläufig, alles ist wie aus einem Guss, minimalistisch, authentisch. Bradley Cooper verkörpert seine Figur als Kämpfer und Vater mit großer Intensität. Angehörige und Verwandte von Soldaten, deren Leben im Zweifelsfall von Leuten wie Chris Kyle abhängen, werden „American Sniper“ zwangsläufig mit ganz anderen Augen sehen als eingefleischte Pazifisten. Kritiker beanstanden, dass der Film Kyles gravierende menschliche Schwächen, die im Buch wohl offen zutage treten, nicht mittransportiert. Die Antikriegs-Botschaft kommt trotzdem an.

Veröffentlichungstermin: 25. Juni 2015 © Warner Home Entertainment

André Wesche