Im Pullunder auf Partnersuche: Schubert in Love

Schubert in Love

Sein Name ist Schubert, Olaf Schubert. Mit ausgefeilter Sprachakrobatik, einer schrägen Weltsicht und einem schlichten, aber gepflegten Auftreten hat der charismatische Sachse kaum merklich die deutsche Comedy-Szene infiltriert. Ein eigener Spielfilm war nur der nächste logische Karriereschritt. Und natürlich geht es gleich um das stärkste aller Gefühle, die Liebe.

Olafs Vater ist besorgt. Die prominent besetzte Blutlinie der Schuberts droht zu erlöschen, weil sein Filius nicht das geringste Interesse am anderen Geschlecht zeigt – und vor allem umkehrt. Olaf kümmert sich beruflich um das Seelenheil sozialer Notfälle und beweist dabei ebenso viel Fingerspitzengefühl wie bei seiner Arbeit an einem engagierten, aber nicht gerade um Publikumsgunst buhlenden Musical. In Anbetracht der angeschlagenen Gesundheit seines Erzeugers sieht sich Olaf nun genötigt, Kontakt zum anderen Geschlecht aufzunehmen. Das kann ja heiter werden…

Die fast ein bisschen romantische Komödie „Schubert in Love“ weist zwar nicht die Gag-Dichte auf, die der Freund seiner Bühnenprogramme gewohnt ist, aber ein Kinofilm ist ja auch keine Nummernrevue. Der Meister präsentiert sich in seinem Leinwand-Epos nicht zahmer oder stromlinienförmiger als bei seinen TV-Auftritten, im Gegenteil. Auch vor politischen Statements schreckt das Werk nicht zurück. So wird die regelmäßig in den Medien präsente Dresdner Demonstrations-Tradition fachgerecht aufs Korn genommen. Herrlicher Quatsch für Freunde des gepflegten Scherzes, denen Helge-Schneider-Filme von jeher zu anspruchsvoll waren.

Veröffentlichungstermin: 19. Mai 2017 © EUROVIDEO 

André Wesche