Kholoud Bariedah: Keine Tränen für Allah

Wie ich von Tugendwächtern verurteilt wurde und dem Frauengefängnis von Mekka entkam
(KNAUR)

Und wieder ein Buch, bei dem Schluss mit lustig ist. Die Autorin ist eine attraktive, lebenslustige junge Frau, die gern mit Freunden feiert. Das Problem: Sie wohnt in Saudi-Arabien. Dort ist es verboten, dass Jungs und Mädels gemeinsam abhängen. Die Polizei stürmt die private Wohnung und nimmt Kholoud Bariedah fest. Man verurteilt sie zu vier Jahren Knast und zu 2.000 Stockhieben. Eine winzige Hintertür bleibt offen. Wer den Koran vollständig auswendig lernt, darf sich Hoffnung auf eine vorzeitige Entlassung machen. Die Autorin, die heute in Berlin wohnt, berichtet von der schwersten Zeit ihres Lebens und wie diese ihr Verhältnis zur Religion nachhaltig geprägt hat. Keine einfache, aber eine lohnende Lektüre.

André Wesche