Kiev Stingl: Teuflisch – Hart wie Mozart – Ich wünsch den Deutschen alles Gute

Sireena / BSD

Im vergangenen Jahr ist viel „Altes“ wiederveröffentlicht worden. Entweder speziell auf LP, gar fast schon vergessene Künstler oder lange entbehrte Alben. Genannt sollen sein: AR, Grobschnitt und eben Kiev Stingl. Der Untergrundpoet der Siebzigerjahre erhielt von Achim Reichel die einmalige Chance, seine kritischen, brachialen, manchmal verwirrenden Texte mit Musik unter die Leute zu bringen. Reichel produzierte die vorliegenden Alben und gab den Liedern eine Mischung aus Punk, wildem Rock`n Roll und NDW-Anklängen bei. Radikal war die Musik, radikal die Texte und die meisten Fans sowieso. Da eine Ballade, dort Minimalrock und schließlich beim Hit „Lila Diva“ eine finale Orchesterbegleitung. Mit Humor in der Stimme, einem knurrend-heißem Gesang und exzellenten Begleitmusikern präsentiert Stingl Songs, die nun wieder käuflich zu erwerben sind. Nach einer Tour 1980 war dann mit „Ich wünsch den Deutschen alles Gute“ schon wieder Schluss. Stingl zog sich aus der Öffentlichkeit zurück, veröffentlichte weiterhin Gedichtbände und 1989 ein letztes Album: „Grausam das Gold und jubelnd die Pest“.

THOMAS BEHLERT