Liebe Handballfreunde, Fans von GWD Minden

Auch wenn der November mit einem Spiel daheim gegen den VfL Gummersbach, im OWL-Gipfel beim TBV Lemgo und dem Duell bei Aufsteiger TV Hüttenberg weitere Pflichtspiele gegen direkte Konkurrenten bereithält, so kann man bei Handball-Bundesligist GWD mit dem bisherigen Saisonverlauf durchaus zufrieden sein. 8:12 Punkte stehen nach knapp einem Drittel der Spielzeit für die Grün-Weißen zu buche. „Bis auf das Unentschieden bei den Eulen Ludwigshafen, wo wir uns einen Punkt mehr ausgerechnet haben, liegen wir voll im Soll“, so Trainer Frank Carstens, der zuletzt mit seinen Jungs auch einen Zähler aus Stuttgart mitnahm. Da hätte man sich vor dem Anpfiff sicherlich mit einem Unentschieden anfreunden können, aufgrund der großen Verletzungsmisere der Baur-Mannen und den sich bietenden Chancen hätte eigentlich ein Sieg herausspringen müssen. Allerdings baute GWD die Hausherren durch das Auslassen bester Möglichkeiten selbst auf und sah sich durch eigene Unzulänglichkeiten im Abschluss in den letzten Zügen der Partie mit 25:27 im Hintertreffen. Nur der starken Defensive war es zu verdanken, dass man den Rückstand wettmachte und sogar die Chance zum Sieg besaß. Doch TVB-Keeper Yogi Bitter erwies sich beim finalen Mindener Siebenmeter einmal mehr als Könner seines Fachs. Überhaupt war es eher ein Duell Minden gegen Bitter, wie auch Carstens feststellte. Der sah die letzte Szene als symptomatisch für die ganzen 60 Minuten und kündigte für die Länderspielpause neben etwas Regeneration auch weitere Reize in punkto Ausdauer an. „Auch wenn das den Spielern keinen Spaß macht. Aber es ist unerlässlich.“

Dann will der GWD-Trainer sicherlich auch an dem ständigen Auf und Ab innerhalb eines Spiels bei seinen Jungs arbeiten. Die bringen sich zu oft nach starken Momenten selbst aus dem Tritt und verleihen ihren Gegnern für die bis dahin gestutzten Flügel ein neues Paar. Fakt ist jedoch, dass die Mindener Handballer auch eine schwierige Phase mit einigen verletzten Spielern gut überstanden haben und sich bei einem erfolgreichen November aufmachen könnten, sich auch in dieser Saison frühzeitig in sichere Tabellengefilde zu begeben. Trainer Carstens und Manager Frank von Behren würde das bei ihrer Personalplanung für die folgende Serie auf jeden Fall in die Karten spielen.

Nicht nur im Fußball, auch im Handball mutieren die internationalen Verbände längst zu Gelddruckmaschinen. Passend dazu sind ihre irrwitzigen Entscheidungen. So wie die Europäische Handball Federation (EHF) jetzt eine Modusänderung der Champions League auf den Weg gebracht hat, die zwar einer Verringerung des Teilnehmerfeldes, dafür aber statt 20 nunmehr eine Erhöhung auf 26 Spiele vorsieht. Nur, wie sollen die zusätzlichen Partien noch mit der Bundesliga in Einklang gebracht werden? Die darf unter keinen Umständen die Leidtragende, eventuell durch eine Kürzung von 18 auf 16 Mannschaften, sein. Dagegen müssen all die Teams klare Front beziehen, die eben nicht in der Königsklasse spielen. Was geht uns in Deutschland das Wohl und Wehe der EHF oder der Champions League an? Womöglich fallen dann irgendwann die Traditionsvereine, die diese Bundesliga geprägt haben, durch das Raster. Und für wen? Für Vertreter anderer Nationen, die ihr Lieblingskind aufgewertet sehen wollen.

Wer aus Deutschland in der Champions League spielen will, muss dies neben der Bundesliga tun. Deren Betrieb muss aus unserer Sicht absolute Priorität haben. Wir dürfen sie nicht untergraben, damit andere Länder mit schwachen Ligen und zumeist nur einem Topteam eine Aufwertung erfahren. Für uns zählt nur die Bundesliga. Und dafür gilt es im Fall der Fälle auch mit aller Kraft zu kämpfen, denn die Bundesliga ist das Zuhause unserer Grün-Weißen – die Champions League interessiert uns da nur am Rande. Wir dürfen uns in Deutschland nicht von den irren Reformen des Internationalen Handballs vorführen lassen. Hier haben wir das Wort!

Nun mag man sagen, dass das doch alles ungelegte Eier sind. Sind sie aber nicht, denn die Reform kommt – und die Bundesliga muss dann zusehen, wie sie die Termine unter einen Hut bekommt. Da können schnell die Kleineren der Liga die Leidtragenden sein. Und das darf unter keinen Umständen passieren, denn GWD steht für die 1. Bundesliga. Das soll und muss so bleiben.