Liebe Handballfreunde, Fans von GWD Minden

Der eingeschlagene Weg ist der richtige, aber noch fehlt es an Konstanz. Die bisherige Bilanz von Handball-Bundesligist GWD Minden kann sich sehen lassen. „In einigen Phasen haben wir gezeigt, wo es hingehen soll mit uns. Doch dann haben wir es leider nicht geschafft, eigene
Ballgewinne zu verwerten. 40 Minuten lang war ich sehr zufrieden. Doch dann haben wir ein besseres Ergebnis hergeschenkt. Uns fehlte leider der Mut.“ Das waren die Worte von Trainer Frank Carstens nach der letztlich klaren 29:37-Heimiederlage gegen den überzeugend auftretenden Tabellenführer aus Berlin. Zwei Minuspunkte, die allerdings nicht sonderlich weh tun sollten, die aber die unbestritten noch vorhandenen beiden Gesichter der Grün-Weißen  widerspiegelten. Minden ist durchaus in der Lage, auch den Großen zum Ärgernis zu werden, allerdings noch ein Stück des Weges davon entfernt, ihnen auch in die Suppe zu spucken. Nun darf man aber gegen einen Kontrahenten wie die Füchse Berlin nicht unbedingt jede Aktion auf die Goldwaage legen, denn es gilt einfach auch anzuerkennen, wenn ein Topteam nun mal besser war. Das forderten allein schon Etat und personelle Besetzung.

Ungeachtet dessen lieferten die Mindener Handballer bis zum Spiel gegen die Hauptstädter ihren seit eineinhalb Jahrzehnten besten Start ab. Die Bilanz kann sich sehen lassen, obwohl man in der Fremde noch ohne Sieg ist. Aber die Unentschieden in Wetzlar, in Ludwigshafen, Stuttgart und im OWL-Duell beim TBV Lemgo zeigen, dass die Carstens-Sieben auswärts ein Punktelieferant ist, sondern sich durchaus für etwas Zählbares empfehlen kann. Vorausgesetzt man bringt die erforderliche Einstellung mit und geht die Sache taktisch diszipliniert und mit kühlem Kopf an.

Dabei ist Trainer Carstens besonders glücklich darüber, dass man auf dem besten Wege ist, mit Blick auf das letztjährige Abwehrbollwerk frühzeitig eine gute neue Defensivformation aufstelle zu können. „So schnell so gut in der Abwehr zu stehen, das hat mich schon ein wenig erstaunt.“ Immerhin war die Abwehr in der zurückliegenden Saison der Schlüssel für den Erfolg. An den wollte Frank Carstens, so seine Aussagen vor der Serie, unbedingt anknüpfen. Und da sich die Neuen schnell und stark integrierten, die Verletzungen gut kompensiert wurden und die Mannschaft nach den vielen Abgängen sich zügig ein neues Gesicht verpasste, steht als Ergebnis eine bislang sehr erfreuliche Bilanz von vor der Berlin-Partie fast ausgeglichenem Punktekonto und bereits elf Zählern nach zwölf Partien.

Bei den Grün-Weißen geht man die folgenden Wochen und Monate allerdings mit dem Bewusstsein an, sich nicht auf dem bislang Erreichten ausruhen zu dürfen, sondern zügig nachzulegen, den Klassenverbleib wie schon in der zurückliegenden Saison frühzeitig unter Dach und Fach zu bringen, um dann auch schon lange vor dem Serienende die personellen Planungen vorantreiben und abschließen zu können.

Die erste Entscheidung ist auch schon gefallen: Von Zweitligist Eintracht Hildesheim kommt der aktuell erfolgreichste Torschütze des gesamten Bundesliga-Unterhauses an die Weser. Der 20-jährige griechische Rückraumspieler Savvas Savvas wird für zwei Jahre die Grün-Weißen verstärken. Mit der Verpflichtung des jungen Griechen setzen die Dankerser ihren Veränderungsprozess im Kader konsequent fort.
2015 wechselte Savvas für zwei Spielzeiten zum ASV Hamm Westfalen, ehe er sich im Sommer den Niedersachsen erneut anschloss. „Savvas verfügt über großes Potenzial und verfolgt das Ziel, sich in der 1. Bundesliga durchzusetzen. Wir freuen uns, dass er im nächsten Jahr bei GWD die Chance bekommt, sich zu beweisen“, sagt sein aktueller Trainer Gerald Oberbeck, ein guter alter Bekannter hier in Minden. Durch die Verpflichtung schaffen sich die Mindener mehr Alternativen auf der linken Rückraumposition. „Wir freuen uns, dass die Verpflichtung von Savvas jetzt geklappt hat. Er ist ein Spieler, den wir schon seit drei Jahren beobachten und der über besondere Angriffsqualitäten verfügt. Unsere gemeinsame Aufgabe ist es jetzt, diesen talentierten Spieler weiterzuentwickeln und seine Stärken in unserem Spiel zu nutzen“, sagt Mindens Coach Frank Carstens. „Ich freue mich, für einen Traditionsverein wie GWD Minden spielen zu dürfen. Frank Carstens als Trainer schätze ich sehr und ich finde es gut, wie er mit jungen Spielern arbeitet. In den Gesprächen mit Frank von Behren ist mir schnell klar geworden, dass ich mich mit dem Konzept bei GWD sehr gut identifizieren kann“, freut sich Savvas auf die neuen Aufgaben an der Weser.

Neben dem Blick auf Neuzugänge gilt es für Manager Frank von Behren und Trainer Frank Carstens auch auf die Spieler des aktuellen Kaders zu schauen. Immerhin laufen die Verträge von Kim Sonne, Charlie Sjöstrand, Christopher Rambo, Magnus Gullerud, Aleksandar Svitlica, Dalibor Doder und Nenad Bilbija im Sommer aus. Da steht also ohnehin schon viel Arbeit ins Haus.