Liebe Handballfreunde, Fans von GWD Minden

auch wenn im Januar alles von der Weltmeisterschaft im eigenen Lande dominiert wurde, so ist GWD Minden deshalb noch lange nicht aus dem Fokus gerückt. Ganz im Gegenteil, denn mit Spannung wird erwartet, ob der Negativtrend des Dezembers mit der Wiederaufnahme des Spielbetriebs Anfang Februar gestoppt werden und ein Ende finden kann. Lange Zeit sprach man in der Hinrunde in Verbindung mit den Grün-Weißen (neben dem Bergischen HC) von der Überraschungsmannschaft des bis dahin absolvierten Saisonabschnitts. Im Dezember allerdings warfen die Mindener all das, was sie mit Hand und Herz sowie großem Engagement aufgebaut hatten, mit dem Hinterteil leichtfertig wieder um. Nein, so hatte sich bei Grün und Weiß keiner den Jahresendspurt vorgestellt. Statt Belohnung unterm Baum gab es eine Enttäuschung nach der anderen. Angefangen bei den Bergischen Löwen, als es einen ersten Ausreißer in die falsche Richtung gab, gefolgt von der Heimschlappe gegen Göppingen, dem trotz Niederlage einzig ordentlichen Auftritt in Flensburg bis hin zur bitteren Pleite auf eigenem Parkett gegen den TBV Lemgo – 0:8 Punkte (Fotos) sorgten dafür, dass vom guten Erscheinungsbild des ersten Saisondrittels nicht sehr viel übrig blieb.

Es ist halt immer der letzte Eindruck, der bleibt. Und der beinhaltet nun mal eine durchaus vermeidbare Negativserie. Gerade das OWL-Derby gegen Lemgo wurde zu einer echten und nachvollziehbaren Enttäuschung für die Fans, denn GWD führte bereits mit 12:5 unterlag aber noch mit 27:30, verlor also die Phase nach dem Sieben-Tore-Vorsprung mit zehn Treffern Differenz! Und das vor eigenem Publikum gegen ein Team aus der unteren Tabellenhälfte! Nein, dass war peinlich! Entsprechend deutlich waren auch die Kommentare der Verantwortlichen. „Mir ist es absolut schleierhaft, wie wir nach dem 12:5 so den Faden verlieren. Das war teilweise kein Handballspiel mehr, was ich gesehen habe. Ich bin vor allem enttäuscht, weil wir so eine tolle Kulisse hatten, die eine bessere Vorstellung unserer Mannschaft verdient gehabt hätte. Das war ein Warnschuss und wir müssen jetzt einfach wieder in die Spur kommen“, so Mindens Geschäftsführer Sport Frank von Behren. Und Trainer Frank Carstens ergänzte: „Ab der 25. Minute war unser Tank offensichtlich leer. Das ist auch schon in den anderen Spielen zu sehen gewesen und darüber werden wir jetzt nachdenken müssen. Unser Auftreten in der zweiten Halbzeit war nicht adäquat für ein Derby. Ich bin sehr, sehr unzufrieden mit meinem Team. Das macht den guten Eindruck der Hinrunde kaputt.“

Im Anschluss an die Schlappe trennten sich die Wege einiger Akteure, denn Miljan Pusica (Serbien), Magnus Gullerud, Espen Christensen und Kevin Gulliksen (Norwegen) reisten sofort zu ihren Nationalmannschaften, um sich auf die Weltmeisterschaft vorzubereiten und anschließend natürlich auch an ihr teilzunehmen.

Wenig später allerdings platzte die Bombe: Dalibor Doder, der gerade seinen 16. Frühling erlebt, erhält über die laufende Saison hinaus keinen neuen Vertrag bei GWD! Die Empörung darüber war groß, füllte die sozialen Netze. Als Schuldiger war sehr schnell Frank von Behren ausgemacht, dabei hatte der nur seinen Job erledigt. Der 146-malige schwedische Nationalspieler wollte unbedingt eine Entscheidung von den Mindener Verantwortlichen. Und die fiel dann negativ aus. „Keine Frage, er hat in dieser Saison mehrfach gezeigt, wie wertvoll er für uns ist. Das ist einzig eine strategische Ausrichtung. Wir holen inzwischen ambitionierte Spieler mit großen Entwicklungsmöglichkeiten“, so von Behren, der für den in wenigen Monaten 40 Jahre alt werdenden Dalibor Doder daher keine Perspektive mehr sah.

Wer dessen Part übernehmen soll, ist noch offen. Sollte kein Ersatz gefunden werden, ist es durchaus denkbar, dass Marian Michalczik auf die Mitte rückt und GWD dafür noch einen exzellenten Halblinken holt. Zudem muss der Klub auch noch Andreas Cederholm, den es nach Lemgo zieht, adäquat ersetzen und sich noch auf die Suche nach einem Ersatz für Kim Sonne Hansen zwischen den Pfosten machen. Mit den bereits verpflichteten Joscha Ritterbach (FA Göppingen) und Lucas Meister (Kadetten Schaffhausen) müssten die Mindener dann fünf Neue einbauen.

Es gab aber auch positive Nachrichten. Zum zwölften Mal wurde nämlich das Jugendzertifikat für hervorragende Nachwuchsarbeit vergeben. Und auch GWD ist wieder unter den ausgezeichneten Vereinen. Insgesamt wurden in diesem Jahr 23 Klubs aus der 1. und 2. Bundesliga mit dem Jugendzertifikat für ihren nachhaltigen und ressourcenintensiven Aufbau hervorragender Rahmenbedingungen für die Nachwuchsförderung ausgezeichnet.

Fotos: Trend Journal Ingo Weigmann