Liebe Handballfreunde, Fans von GWD Minden

Gerade noch mal gut gegangen! Mit diesen Worten begann der GWD-Beitrag im vergangenen Monat. Davon kann in den zurückliegenden Wochen zum Leidwesen aller Anhänger von GWD allerdings keine Rede mehr sein. Dass, was die Spieler in dieser Zeit auf die Platte gebracht haben, verdient einzig und allein die Bezeichnung „Enttäuschung“! Nichts ist mehr von der Souveränität vergangener Tage zu sehen – falls man in den ersten Partien des neuen Jahres überhaupt davon sprechen konnte. Minden präsentiert sich derzeit wie eine Durchschnittsmannschaft der 2. Liga, keinesfalls wie ein Team, das aufsteigen will, aufsteigen muss. Denn Letzteres ist Pflicht. Das ist die hochdotierte Truppe ihren Fans einfach schuldig.

Trainer Frank Carstens kann einem angesichts der Disziplinlosigkeit, die seine Mannen viel zu häufig an den Tag legen, schon leid tun. Man fragt sich wirklich, was in den Spielern vorgeht. Jedem dürfte klar sein, dass es angesichts der verletzungsbedingten Ausfälle der linken Rückraumseite ohnehin schon schwer genug würde – die bevorstehenden Aufgaben dann aber nicht mit der erforderlichen Konzentration und Disziplin anzugehen, wirkt fahrlässig und wurde zuletzt zurecht bestraft. In einem Maße, der auch dem letzten Träger des grün-weißen Trikots die Augen öffnen müsste, nicht leichtfertig die Rückkehr ins Handball-Oberhaus wegzuwerfen. Wer sich jetzt noch schützend und beschwichtigend hinter die Mannschaft stellt, muss sich mitverantworten, wenn das ganze Ding wirklich noch in die Hose geht. Von den letzten sechs Partien wurde sage und schreibe vier verloren, davon allein zwei auf eigener Platte. Zuvor hatte GWD in den vorherigen 24 Partien lediglich einmal verloren und stritt mit dem nun allein auf weiter Flur führenden HC Erlangen bei gerade mal fünf Minuspunkten um die Zweitligameisterschaft. Inzwischen ist sogar noch der HSC 2000 Coburg an den Mindener Handballern vorbeigezogen. Mit einem verpassten Aufstieg würde sich Grün und Weiß unbestritten der absoluten Lächerlichkeit preis geben. Nur gut, dass die TSG Ludwigshafen-Friesenheim zuletzt auch an Boden einbüßte, sonst wären es nicht nur sechs Punkte Differenz, sondern wahrscheinlich nur zwei oder drei.

Frank Carstens fand bei der deutlichen Pleite in Emsdetten denn auch deutliche  Worte: „Meine Mannschaft hat es vor allem an Disziplin vermissen lassen. In der Schlussphase sind wir eingebrochen und haben die einfachsten Dinge nicht hinbekommen. Bei den mitgereisten Fans möchte ich mich für die Leistung der Mannschaft entschuldigen.“ Das sollte vor allen Dingen die Mannschaft tun.

Die hat bewiesen, dass sie in der augenblicklichen personellen Zusammensetzung nicht für die 1. Bundesliga geeignet ist. Insbesondere was die beiden Rückraumseiten angeht. Hier bringt einzig Christoffer Rambo das Zeug mit, sich auch im Oberhaus in Szene setzen zu können. Doch statt Moritz Schäpsmeier zu halten, sollte ein weiterer leistungsstarker Linkshänder geholt werden. Und der muss nicht aus dem Ausland sein. So einer wie Zweitliga-Torjäger Rene Drechsler wäre ein Kaliber, dass GWD gut zu Gesicht stünde. Und auf der linken Seite sollte es nach Möglichkeit einen Komplettwechsel geben. Der Abgang von Miladin Kozlina steht bereits fest. Der von Nenad Bilbija wäre angesichts seiner schwachen Vorstellungen und großen Verletzungsanfälligkeit logisch. Auch hier gibt es bezahlbare und durchaus Sinn machende Kandidaten. Da Nachbar TuS N-Lübbecke mit größter Wahrscheinlichkeit absteigen wird, darf er den Nicht-EU-Ausländer Vuko Borozan in der 2. Liga nicht einsetzen. Und schlechter als Bilbija ist der Montenegriner sicherlich nicht. Zudem ist er deutlich jünger und in seiner Entwicklung auch noch nicht am Ende. Ein anderer Halblinker, der aktuell allerdings verletzt ist, wäre Eisenachs Azat Valluin – 26 Jahre  alt, 2,07 Meter groß. Bei entsprechender Entwicklung hätte man wohl auch an ihm große Freude. Wichtig wäre trotzdem zusätzlich ein erfahrener und seine Leistung vorne wie hinten konstant bringender Rechtshänder. Die aktuell bereits fehlende Durchschlagskraft aus dem Rückraum, darf jedenfalls auf keinen Fall mit in Liga eins übernommen werden.