Liebe Handballfreunde, Fans von GWD,

auch wenn diese Rubrik eigentlich nur den Grün-Weißen vorbehalten ist, so „Ich stelle mir die Frage, ob wir es nicht besser können oder ob die Einstellung nicht stimmt. Ich erwarte von meinen Spielern, dass wir Einsatz zeigen und heiß sind und eben nicht so Abwehr spielen, wie wir es heute haben“, ärgerte sich Frank von Behren nach dem zumindest in den ersten 30 Minuten blutleeren Auftritt in Berlin. Da klingelte es im Minutentakt im Gehäuse von GWD Minden, so dass Trainer Frank Carstens frühzeitig seine zweite Auszeit nehmen musste und seine Spieler mit erhobener Stimme nur fragte: „Wollen wir hier heute 70 kriegen?“

Dort, wo es sonst so gut läuft, wo die Grün-Weißen die Basis für Erfolge, insbesondere aber für ein schnelles Konterspiel legen, lief nichts, aber wirklich gar nichts zusammen. „Wir sind angetreten und hergefahren mit dem Ziel, bei einem der Topteams ein gutes Spiel zu machen und ein gutes Ergebnis zu erzielen. Wir haben gehofft, wenn der Gegner mitmacht, vielleicht sogar zu punkten. Davon hat nicht so viel funktioniert. Ohne Ball hat das überhaupt nicht funktioniert. Wir haben es überhaupt nicht geschafft, die Berliner aufzuhalten“, bilanzierte Frank Carstens.
Schon mit der Vorstellung beim mühevollen Heimsieg waren die Verantwortlichen, sieht man einmal von den beiden fest eingeplanten Punkten ab, nicht richtig zufrieden. „Wir brauchten in jeder Phase 100 Prozent. Sobald wir nachgelassen haben, wurden wir von den Ludwigshafenern bestraft. Am Ende sind wir froh, dass die Punkte hiergeblieben sind“, meinte ein erleichterter Frank von Behren, während Trainer Carstens monierte: „Wir hatten Schwierigkeiten, emotional auf Touren zu kommen. Uns fehlte die geschlossene kämpferische Leistung.“

Aussagen aus zwei Spielen, die nicht gerade für die richtige Einstellung sprachen. Und die benötigt GWD gegen jeden Gegner in der Bundesliga, um sich für Punktgewinne zu positionieren. Der Klassenerhalt ist zwar praktisch in trockenen Tüchern, es gilt mir guten Leistungen, mit vielleicht auch der einen oder anderen Überraschung und mit dem Willen auf Erfolg die Fans mitzunehmen. Und zwar bis zum Saisonende.

Apropos Saisonende. Da werden Minden ja bekanntlich einige langjährige Stützen verlassen. Neben dem verletzten Linksaußen Charlie Sjöstrand, der in seinen zwei Jahren an der Weser nicht wirklich sein e erhoffte Leistung unter Beweis stellen konnte, und den nach seiner Knieverletzung nie wieder richtig in Schwung gekommenen Nenad Bilbija werden auch Aleksandar Svitlica und für einige Fans sicherlich überraschend auch Sören Südmeier die grün-weiß Familie verlassen. Svitlica erzielte viele wichtige Tore für GWD, erwies sich oftmals aber auch aufgrund seines hitzigen Temperaments auf dem Parkett nicht einfangbar und wird sich nun auch endgültig einer ihm zu Last gelegten Mittäterschaft, bei der es um Drogenhandel von weit mehr als 200 Kilogramm, die bei entsprechenden Reinheitsgehalt auf der Straße bis zu 50 Millionen Euro bringen können, geht, in Kürze vor einem Gericht in Hamburg verantworten müssen. Im Februar sei nach umfangreichen Ermittlungen Anklage gegen den Montenegriner wegen Beihilfe erhoben worden. Svitlica soll der einzige Beklagte gewesen sein, der gegen eine Kaution von 30.000 Euro auf freiem Fuß blieb. Der GWD-Rechtsaußen soll an der Vorbereitung des Drogenschmuggels beteiligt gewesen sein und den Hauptschuldigen einen fünfstelligen Betrag für die Organisation des Kokaingeschäfts zur Verfügung gestellt haben. GWD teilte ungeachtet dessen bereits mit, dass der auslaufende Vertrag mit Aleksandar Svitlica, der seit 2011 für Minden spielt, nicht verlängert wird.

Für ihn wurde jetzt der norwegische Youngster Kevin Maageroe Gulliksen verpflichtet. Der Norweger hat bei den Ostwestfalen einen Dreijahres- Vertrag unterschrieben. Gulliksen bringt die Erfahrung von zehn Champions League-Spielen mit an die Weser. Mit seinem aktuellen Klub Elverum Handball fehlten dem 21-Jährigen lediglich zwei Punkte zum Erreichen des Achtelfinales in der Königsklasse. In den Gruppenspielen war Gulliksen mit 46 Treffern erfolgreich. „Ich freue mich sehr auf den Wechsel nach Minden. GWD ist ein großartiger Verein mit einer jungen Mannschaft. Seit ich angefangen habe, Handball zu spielen, habe ich davon geträumt, in der besten Liga der Welt zu spielen“, sagt der ambitionierte Flügelspieler. Mindens Sportlicher Leiter Frank von Behren ist sicher, dass Gulliksen den Handballfans an der Weser viel Freude bereiten wird: „Es ein gutes Zeichen, dass wir einen Perspektivspieler seiner Klasse nach Minden locken konnten. Das zeigt, dass wir ein attraktiver Verein für junge, ambitionierte Spieler sind. Kevin gehört zu den größten Talenten auf seiner Position.“

Als Vierter wird Sören Südmeier künftig nicht mehr im grün-weißen Dress auflaufen. Er bekam keinen neuen Vertrag und schloss sich inzwischen Zweitligist ASV Hamm an. „Ungeachtet aller persönlichen Dinge, die Sören und GWD verbinden, mussten wir eine rationale Entscheidung treffen. Sören hat das Gesicht der Mannschaft in den vergangenen Jahren mitgeprägt“, sagte Frank von Behren. Inzwischen haben die Grün-Weißen einen weiteren Neuzugang, wahrscheinlich für die Rückraum-Mitte, präsentiert. Die Vorstellung erfolgte nach Redaktionsschluss.