Mietspiegel fortgeschrieben – Wohnen in Minden immer noch relativ günstig

2020 wird mit einer deutlichen Erhöhung der Mieten gerechnet

Minden. Er ist „der Renner“ unter den Downloads der städtischen In-ternetseite und insgesamt stark gefragt: der qualifizierte Mietspiegel für Minden. Dieser wurde 2016 komplett neu erstellt und jetzt für zwei wei-tere Jahre fortgeschrieben. Er ist bis zum 31. März 2020 gültig und bie-tet eine Übersicht über die ortsüblichen Vergleichsmieten für den nicht preisgebundenen Wohnraum. Der Mietspiegel ist ein „Gemeinschafts-werk“ und wurde 2016 im Auftrag von Haus & Grund Minden e.V., dem Mieterverein Minden und Umgebung e.V., der Genossenschaft für Siedlungsbau (GSW) sowie Wohnen Minden eG, der Wohnhaus Minden GmbH, der LEG NRW GmbH und der Stadt Minden erstellt, die auch Herausgeberin ist. Die neue Datei kann unter www.minden.de (Stichwort: Mietspiegel 2018) ab sofort heruntergeladen werden. „Mit der Fortschreibung wurden die ermittelten Mieten nach dem Verbraucherpreis-Index um 2,3 Prozent angehoben“, berichtet der Beigeordnete für Städtebau und Feuerschutz, Lars Bursian in einem Pressegespräch. Alle vier Jahre müssen qualifizierte Mietspiegel neu aufgestellt werden. Insgesamt sei dieses aber für die Städte und Ge-meinden nicht zwingend vorgeschrieben. Die Ziele des Koalitionsver-trages der neuen Bundesregierung umzusetzen und hieraus eine Pflicht zu machen, fordert allerdings Thorsten Bornemann, Vorsitzender des Mietervereins Minden und Umgebung e.V., der die Erstellung eines Mietspiegels für alle größeren Kommunen als unumgänglich – zur Ori-entierung und als Basis für die Mieten an sich, aber auch im Falle von gerichtlichen Auseinandersetzungen – ansieht. Auch der Verein „Haus & Grund Minden“, der die Interessen der privaten Eigentümer*innen vertritt, ist froh, dass es einen Mietspiegel für Minden gibt. Dieser sei der einzige qualifizierte im Kreis Minden-Lübbecke, wie Geschäftsfüh-rer Thorsten Post herausstellt. Aus Gesprächen mit privaten Vermie-tern weiß er, dass Mieten in laufenden Verträgen überwiegend moderat erhöht werden, weil die Eigentümer das gute Mietverhältnis über den zu erzielenden Profit stellen. Oft würde vorher auch mit den Mietern gesprochen, um eine Einigung zu erzielen. Bei einem Mieterwechsel werde aber der Mietspiegel gern als Orientierung herangezogen und dann die Mieten häufig ortsüblich angepasst, was insgesamt auch zu einer Erhöhung in Minden führe. Sowohl Post als auch Bornemann rechnen damit, dass die Mietpreise 2020 im Vergleich zu 2016 stärker steigen werden. Trotz der allgemeinen Tendenz von steigenden Miet-preisen bewege sich das Niveau in Minden weiter unter dem Landes- und Bundesdurchschnitt. Jedoch sei zu beobachten, dass die Mieten in den vergangenen beiden Jahren in bestimmten Bereichen und Segmenten „kräftig gestiegen sind“, streicht Beigeordneter Lars Bursian heraus. Gefragt seien vor allem kleine Wohnungen für Alleinstehende in Innenstadtnähe, große Wohnungen für Familien sowie Wohnungen in Neubauten – ebenfalls stadtnah. Das Bürgerliche Gesetzbuch (§ 558d Absatz 2) sieht vor, dass ein qualifizierter Mietspiegel einmal im Abstand von zwei Jahren an die Marktentwicklung über den Preisindex angepasst werden kann. Grundlage ist der vom statistischen Bundesamt ermittelte Verbraucherpreisindex für die Lebenshaltung aller privaten Haushalte in Deutschland. Alle vier Jahre müssen die Daten dann neu erhoben werden.

Foto: Pressestelle Stadt Minden
Bildunterzeile: Stellten den fortgeschriebenen Mitspiegel vor (v. links): Beigeordneter Lars Bursian, Bereichsleiter Benjamin Groß (beide Stadt Minden), der Geschäftsführer von Haus & Grund, Thorsten Post, der Vorsitzende des Mietervereins, Thorsten Bornemann, und der Geschäftsführer der GSW, Bernd Hausmann.