Nana Mouskouri – Nana

Fontana / Universal
Wer kennt sie nicht, die märchenhaft zart gesungenen Lieder „Weiße Rosen aus Athen“ oder „Guten Morgen Sonnenschein“. Was hat die 1934 auf Kreta geborene Sängerin nicht alles schon erreicht: jede Menge goldene und diamantene Schallplatten, regelmäßige Fernsehauftritte, eigene Shows und immer ausverkaufte Konzerte. Doch was die Frau mit der charakteristischen Brille außerdem für Musik aufnahm, wird nur selten erwähnt. Nun liegt ein Album von 1965 vor, das mit Schlagern nicht viel gemein hat. Aufgenommen in New York vom genialen Arrangeur Bobby Scott, unterstützt vom Jazztrompeter und Bigband-Leiter Quincy Jones, bekamen die Lieder einen Folksong-artigen Touch, der die Sehnsucht beschwört, unter die Haut geht und Nana M. in einer Mischung aus mädchenhafter Unschuld, Klasse und Eleganz präsentiert. Viele der Lieder vermitteln Traurigkeit oder sogar Weltschmerz, denn es geht u.a. um Verlassenheit und um die im Krieg gefallene Liebe. Ungekünstelte Ausstrahlung und große Emotionalität werden ein neues, großes Publikum erreichen.

THOMAS BEHLERT