Nestwärme und fachlicher Beistand am Lebensende trotz Demenz

Laden herzlich zur Teilnahme am Online-Fachtag am 07.11. ein (v.l.n.r.): Dr. Christian Adam, Hartmut Emme von der Ahe und Horst Dieter Tiemann vom DemenzNetz, Daniela Möller-Peck vom ambulanten Palliativnetz PAN.

– Online Fachtag von Palliativnetz und DemenzNetz

Unter Coronabedingungen „treffen“ sich am 7. November Fachkräfte aus den Bereichen Medizin, Pflege, Hospiz und Beratung online zu spannenden Vorträgen und Online-Chat. Anmeldungen laufen über das ambulante Palliativnetz im Mühlenkreis als Veranstalter des Fachtages, Kooperationspartner ist das DemenzNetz im Kreis Minden-Lübbecke. Die Würde der Menschen mit Demenz zu wahren, gerade und insbesondere auch unter Coronabedingungen, ist den Veranstaltern ein besonderer Ansporn. Das Online-Anmeldeverfahren läuft bis zum Vortag der Veranstaltung.

„Aufgrund der aktuellen Rahmenbedingungen hatten wir die Option zu kapitulieren und den jährlichen Fachtag abzusagen, oder die Herausforderung anzunehmen und ein völlig neues Veranstaltungsformat anzubieten. Wir haben uns für die zweite Möglichkeit entschieden“, so Daniela Möller-Peck, Koordinatorin des ambulanten Palliativnetzes PAN.

Horst-Dieter Tiemann, Dr. Christian Adam und Hartmut Emme von der Ahe vom DemenzNetz im Kreis Minden-Lübbecke freuen sich u.a. auf den fachlichen Impuls zur Weißen Trauer. „Pflegende Angehörige fühlen sich oft schon zu Lebzeiten wie „Quasi-Hinterbliebene“, weil Menschen mit Demenz wegdriften in ihre Welten und auch von ihrer Umwelt abgeschrieben werden“, geben die Demenz-Experten zu bedenken. Der Vortrag von Dr. Ursula Becker aus Bonn wird wichtige Hinweise geben, wie die Helfer mit der demenzbedingten Uneindeutigkeit und Entrücktheit würdewahrend umgehen können.

Dr. Christoph Gerhard wird als Palliativmediziner, Medizinethiker und Neurologe die Bedeutung einer ressourcenorientierten Haltung und den wertschätzendem Dialog für eine Begleitung von Demenzpatienten in den Mittelpunkt stellen. Mit ihrem praktischen Blickwinkel als ehemalige Krankenschwester stellt Nele Röttger von der Philosophischen Fakultät der Universität Bielefeld die Frage, ob dementielle Erkrankungen eine Bedrohung der Würde sind und möchte darüber mit den Teilnehmenden in den Austausch kommen.

„Dadurch, dass der Fachtag online stattfindet, ist es egal, von wo aus man sich zuschaltet. So bietet diese Veranstaltungsform auch viele Chancen. Der Fachtag ist jährlich eine wichtige Plattform der Information, der Wertschätzung für die geleistete Arbeit und des informellen Austausches“, so Daniela Möller-Peck weiter. All das ist auch online möglich: es nicht wird nur Vorträge sondern auch aktive Beteiligungsmöglichkeiten der Anwesenden geben, wie z.B. Umfragen, Kleingruppen, etc..

Den Veranstaltern ist bewusst, dass es bei vielen auch Hemmschwellen und technische Unsicherheiten gibt. Auch dafür ist gesorgt. Eine Stunde vor dem Beginn wird es eine Einführung in die Funktionalitäten der Plattform geben, so dass es jedem auch ohne Vorkenntnisse möglich sein wird, vom heimischen PC, Tablet oder Smartphone teilzunehmen. Einzige Voraussetzung ist eine Anmeldung über die Website.

Für das ambulante Palliativnetz und das DemenzNetz ist dieses Veranstaltungsformat eine neue Herausforderung mit der auch Erfahrungen für die Zukunft gesammelt werden sollen. Auch wenn die Welt Kopf steht, darf für die Versorgung der Palliativpatienten die Zeit nicht stehen bleiben. Es müssen angepasste Formen der Versorgung und auch des Austausches gefunden werden, um auch weiterhin eine gute Begleitung am Lebensende zu ermöglichen.
Anmeldung für Fachkräfte unter www.pan-fachtag-online.de

Text + Foto: privat