Rebecca Seal: LISSABON – Rezepte aus dem Herzen Portugals

(Dorling Kindersley)
Wenn man ein Kochbuch plant, muss man eine Grundsatzentscheidung treffen. Will man dem Holzlöffelschwinger eine schlichte, aber effektive Arbeitsgrundlage liefern, mit der er in der Küche „vom Blatt“ loslegen kann? Wo gehobelt wird, da fallen bekanntlich Späne. Deshalb sollte man nicht allzu traurig sein, wenn ein solches Werk im laufenden Küchenbetrieb mit Ei, Blut und Kakao kontaminiert wird. Die andere Kategorie bilden Werke, die viel mehr sind als eine bloße Anleitung. Bücher wie dieses hier, die sich nicht auf Rezepte allein beschränken, sondern auch Land und Leuten huldigen, die die jeweilige Küche ausbaldowert haben. Schmucke Bände, die auch für sich genommen ein Leckerbissen sind und die man hütet wie einen Adamsapfel. Papierne Kunstwerke, die zu beschmutzen einem Sakrileg ersten Ranges gleichkäme. Willkommen in der Welt von „Lissabon“! Wie der stimmungsvoll gestaltete Einband dezent andeutet, steht Fisch in allen Variationen auf der portugiesischen Speisekarte ganz oben. Aber auch Deftiges vom Schwein und Scharfes vom Federvieh stehen hoch im Kurs. Beim Betrachten der portugiesischen Impressionen bekommt man Fernweh, die exzellente Food-Fotografie verursacht einen riesigen Appetit. Zumindest letzterer lässt sich dann sofort abstellen. Rezepte merken, abschreiben oder kopieren, Buch in Sicherheit bringen!

André Wesche