Richard Pinhas – Rhizosphere

Bureau b

Wer auf die Musikrichtung Space-Rock zu sprechen kommt, der erwähnt an erster Stelle natürlich Deutschland. Auch in benachbarten Ländern griffen begeisterte Musiker zu Synthesizern und Moog-Instrumenten, um sich den elektronischen Klängen hinzugeben. Zu ihnen gehörte der Franzose Richard Pinhas, der mit seinem Bandprojekt fünf Alben veröffentlichte und es ab 1977 Solo probierte. In dieser Zeit entstand das vorliegende Werk „Rhizosphere“, bei dem man ihn alleine am Synthesizer hört. Gleich mit dem Titelstück zündet Pinhas eine Rakete, die den Hörer zum Mond mitnimmt und alle durch musikalisch Unbekanntes steuert. Genial ist der Schlagzeuger Francois Auger, der die Becken mit Hilfe eines modularen AKS-Synthi verfremdet. So klingen die pulsierenden Tasteninstrumente von Pinhas verwirrend, unwirklich, wie Geister, die durch die Musik schweben und alles zeitlos erscheinen lassen.

THOMAS BEHLERT