Schandl mit „Holzmedaille“ auf U23-WM sehr zufrieden

Rituelles Abklatschen vor dem Start – der Mindener Leon Schandl (rechts) und sein Teamkamerad Henry Hopmann aus dem deutschen Vierer mit Steuermann.

Poznan/Polen (knost) Glückliche Gesichter nach einem vierten Platz sind nicht die Regel bei Sportlern. Leon Schandl vom Bessel-Ruder-Club (BRC) und seine Mitstreiter aus dem Auswahlboot des Deutschen Ruderverbands (DRV) bei der U23-Weltmeisterschaft in Poznan/Polen zeigten sich nach einem vierten Rang im Finale der weltbesten Nachwuchsruderer aber sehr zufrieden mit dem Ergebnis.
Für die junge deutsche Mannschaft im Vierer mit Steuerfrau um Schandl, Henry Hopmann (Hanau), Max John (Rostock), Lukas Geller (Krefeld) und Steuerfrau Larina Hillemann (Lübeck) war bereits die Finalqualifikation mit einem zweiten Rang im Vorlauf und ohne einen Umweg über den Hoffnungslauf ein großer Erfolg gewesen. Doch im Finale zeigte Leon Schandl mit seiner Mannschaft, dass sie den Konkurrenten die Medaillen nicht kampflos überlassen wollten. Nach einem Raketenstart setzten sich die Italiener auf den ersten 500 Metern vom Feld ab, während die Mannschaft aus den Vereinigten Staaten bis zur Streckenhälfte bei 1000 Metern zu den Azzuri aufgeschlossen hatte. Dahinter entwickelte sich ein spannender Bord-an-Bord-Kampf zwischen dem deutschen Boot und der Crew aus Neuseeland. Während die Kiwis an den ersten beiden Zwischenzeiten leicht in Führung lagen, konnten sich Leon Schandl und seine Crew auf dem wichtigen dritten 500-Meter-Teilstück an den Gegnern vom anderen Ende der Welt vorbei auf den Bronzerang schieben. „Leider sind die Neuseeländer auf den letzten 500 Metern noch einmal mit hoher Schlagzahl an uns vorbeigefahren“, so Leon Schandl. Mit der schnellsten Zeit auf dem letzten Streckenabschnitt kassierte das Team sogar noch die Italiener, während das deutsche Boot zwar noch dicht an die Italiener heranflog, aber nicht mehr vorbeikam.
„Das Finale war sicherlich das beste Rennen in dieser Kombination, von daher gibt es keinerlei Grund mit dem Ergebnis unzufrieden zu sein. Auch unser Bootstrainer Markus Last aus Dortmund war sehr zufrieden mit dem Resultat. Alle Ruderer können im nächsten Jahr noch einmal bei der U23-Weltmeisterschaft starten und das ist auch mein klares Ziel“, lautete die Zusammenfassung von Leon Schandl, verbunden mit einer klaren Kampfansage für das kommende Jahr.
„Ein wirklich hervorragendes Rennen und eine tolle Leistung von Leon. Der Verein kann auf ihn mit dieser Platzierung bei der U23-WM, die übrigens die beste in der Geschichte des Vereins ist, mehr als stolz sein“, so ein sichtlich zufriedener BRC-Sportchef Christoph Knost. Für Leon Schandl geht es übrigens noch nicht in die wohlverdiente Sommerpause. Bereits am Ende dieser Woche steht für den Studenten an der Universität Dortmund eine wichtige Klausur an.
Fotos der Regatta unter: www.besselrc.de
 
Text: Christoph Knost
Fotos: Detlev Seyb

Platz 4 im Finale der U23-WM für den deutschen Vierer mit Steuermann mit dem Mindener Leon Schandl (rechts). Auf der Ziellinie waren die Italiener (blaue Trikots im Hintergrund) nur knapp in Führung und Edelmetall zum Greifen nahe.