Start frei fürs Grillen

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Kulinarische Kost vom Rost 

Sobald milde Temperaturen ins Freie locken, heißt es: Die Gartenmöbel nach draußen bringen und den Grill aufbauen. Denn was gibt es Schöneres als in den kommenden Monaten jede Gelegenheit zu nutzen, um mit der Familie und Freunden gemütlich beisammen zu sitzen und zu schlemmen. Dass diese ursprüngliche Zubereitung von Fleisch, Fisch und Co soviel Anklang bei Groß und Klein findet, ist nicht verwunderlich, schließlich ist der Kreativität keine Grenze gesetzt und von herzhaft-deftig über leicht-delikat bis hin zu himmlisch-süß kann jede Vorliebe berücksichtigt werden. Neben den Klassikern Steaks, Spareribs und Bratwürsten lohnt es sich deshalb, auch mal Ungewohntes aufzulegen und neue Rezepte auszuprobieren.

Lecker frisch vom Rost auf den Teller schmecken nämlich nicht nur Fleisch, sondern Edelfische, Scampi, Gemüse, Pilze und Halloumi-Käse. Ebenfalls köstlich sind Bananen und Ananas, die am besten mit Eis serviert werden. Tabu ist jedoch gepökeltes Fleisch wie Kassler und Schinkenspeck. Es bildet bei hohen Temperaturen gesundheitsschädliche Nitrosamine. Hobbyköche können zu den gekauften typischen Beilagen Brot, Baguette, Saucen oder Dips die Gäste mit selbstgemachten Salaten oder Chutneys beeindrucken. Welche Art von Grill zum Einsatz kommt, ist im wahrsten Wortsinn Geschmacksache. In Verbindung mit den Aromenstoffen aus der Holzglut erhält insbesondere Fleisch einen unverwechselbar intensiven Geschmack. Wohl deshalb bevorzugen die meisten nach wie vor den traditionellen Holzkohlegrill. Für ihn gibt es inzwischen Briketts aus Weinreben, Whiskeyfässern und Hickoryholz, die noch mehr Aromen freisetzen. Weiterer Vorteil: Da das Gargut direkt über der Hitzequelle auf dem Rost platziert wird, führen die hohen Temperaturen bis zu 270 Grad zur Bildung einer Kruste, während der größte Teil des Saftes erhalten bleibt. Da die Zugabe von Fett und Flüssigkeit nicht möglich ist, sollte auf fettreicheres Fleisch, Wurst und Fischsorten zurückgegriffen werden. Mageres Fleisch, Gemüse und Pilze bleiben durch Marinieren zart. Nachteil: Das Grillgut muss regelmäßig gewendet werden, das Anglühen der Kohlen braucht etwas Zeit. Grundsätzlich gilt: Fleisch und Wurst während des Grillens niemals mit einer Gabel einstechen! Durch das auslaufende Fett kann eine Stichflamme entstehen, außerdem können krebserregende Stoffe ins Grillgut übergehen. Vorbeugend sollten deshalb Aluschalen verwendet werden. Die sind beim geschlossenen Kugelgrill nicht nötig. Hier wird das Gargut neben oder seitlich versetzt oberhalb der Hitzequelle aufgelegt und durch umströmende heiße Luft mit Temperaturen von 130 bis 220 Grad wie in einem Umluftofen gebraten, weshalb man auch vom indirektem Grillen spricht. Vorteil: Selbst dicke Fleischstücke werden gleichmäßig gegart ohne am Rand zu verbrennen, der Bratensaft bleibt erhalten, das Wenden entfällt. Die Zugabe von Flüssigkeit ist möglich, da unterhalb des Grillgutes eine Schale zum Auffangen von Fleischsaft, herabtropfendem Fett oder Marinaden aufgestellt werden kann. Nachteil: Die längere Zubereitungszeit, an der Oberfläche des Grillgutes bildet sich keine oder nur wenig Kruste. Gas- und Elektrogrills garen durch Wärmeleitung ähnlich dem Braten in der Pfanne und sind im strengen Sinne eigentlich keine Grills. Ihre Vorteile: Sie erreichen schon nach wenigen Minuten die optimale Temperatur, sind gut zu kontrollieren und emissionsarm.

Bitte beachten Sie:

Leider ereignen sich in Deutschland jährlich bis zu 4.000 Grillunfälle, 500 davon mit schwersten Verbrennungen. Zur eigenen Sicherheit und die der Gäste sind folgende Grundregeln der Feuerwehr zu beachten: Den Grill immer windgeschützt nur auf festen, ebenen Untergrund frei zugänglich aufstellen. Keine Flüssiganzünder oder ungeeignete Brandbeschleuniger wie Benzin oder Spiritus verwenden! In die bereits glühende Kohle geschüttet, können sie zu explosionsartigen Verpuffungen und Stichflammen führen.

Kleinkinder und Haustiere sind vom Grill fernzuhalten. Für alle Fälle neben dem Grill einen gefüllten Eimer Wasser platzieren. Vor Hitze und Fettspritzer schützen Grillschürze und ein hitzebeständiges, langes Grillbesteck. Glühende Kohle nach dem Grillen mit Sand löschen. Und: Den Grill nie unbeaufsichtigt lassen!

Foto: Rainer Sturm  / pixelio.de