Stephan Orth / Samuel Zuder / Mina Esfandiari: IRAN – Tausend und ein Widerspruch

(National Geographic)
Der Iran gehört sicherlich zu jenen Orten, die auf den Listen beliebter deutscher Urlaubsziele eher im unteren Bereich angesiedelt sind. Dabei gibt es dort viel zu entdecken. Und nichts könnte einem gegenseitigen Verstehen dienlicher sein, als die Leute und das Land mal persönlich kennenzulernen. Und sich kennenlernen zu lassen. Trotzdem kann man es niemandem verübeln, der sich vorerst lieber aus der Ferne für diese faszinierende Kultur interessiert, die, wie der Titel des Buches bereits diskret vermittelt, sehr zwiespältig sein kann. Was für eine atemberaubende Natur. Was für eine geschichtsträchtige Architektur. Was für großartige Menschen, die ihr Leben leben und die vielfältigen Beschränkungen umgehen oder ihnen trotzen. Wieviel zerschossenes Kriegsgerät am Straßenrand, vor dem sich Durchreisende in Pose stellen. Nein, dieser Band zeichnet nicht alles weich. Er verklärt nicht noch dämonisiert er. „Iran“ zeigt den Status Quo und weckt gleichzeitig so manche Hoffnung.

André Wesche