Eine Tasse Kaffee mit … “Rauschebart“ Pfarrer Dr. habil. Gerhard Begrich

Während einer Reha-Maßnahme 2016 in Bad Liebenstein lernte ich Gerhard Begrich, den wir scherzhaft „Vadder Abraham“ nannten, kennen und schätzen. Seine Geschichten haben mich interessiert und so haben wir uns immer wieder lange bei einem Glas Wein unterhalten. Es fiel mir nicht schwer, den immer gut gelaunten Gerhard für eine Tasse Kaffee … in Berlin zu besuchen. Zu erzählen hat der Typ, mit langem weißem Bart, der immer ein schwarzes russisches Hemd und eine Melone trägt, sehr viel.

Pfarrer Begrich ist Christ, wurde 1946 in Halberstadt geboren und hat an der Berliner Humboldt-Universität Theologie, Orientalistik und Ägyptologie bis zur Promotion studiert. Ein Pfarrer mit zwei Doktortiteln, Dr.theol. und Dr.sc (Wissenschaft), der auch bereits mehr als 10 Bücher, wie z.B. „Schönheit gilt es zu schauen“ oder „Engel und Engelgeschichten in der Bibel“ geschrieben und veröffentlicht hat.

Begrich kann mit mehr als 12 Sprachen umgehen, sie aber nicht alle sprechen oder schreiben. Syrisch hat er gelernt, kann die Sprache aber „nur“ lesen und übersetzen, aber nicht sprechen. „Mit Phönizisch, Hebräisch, Koptisch, Akkadische Keilschrift, Englisch, Französisch und Russisch, um nur die wichtigsten zu nennen, kann ich in irgendeiner Form umgehen“, so Begrich. Ich konnte leider nicht alles überprüfen, kam aber aus dem Staunen nicht mehr raus. Er gab mir ein Buch zur Ansicht und auf meine Frage, ob er das lesen und übersetzen kann, kam nur:

»Wenn du es lesen kannst, kannst du es lesen und weißt, was da steht.«

Na klar, hätte ich wissen müssen. Der Kenner der „Heiligen Schrift“, die er schon neu übersetzt hat, ist in vielen Gemeinden ein gern gesehener Gast und Redner. Gerhard Begrich war von 1993 bis 2007 Rektor des Pastoralkollegs der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen im Kloster Drübeck. Er wurde über seine Lehrtätigkeit in der Fortbildung der evangelischen Pfarrer hinaus mit zahlreichen Vorträgen im Kloster Drübeck und in ganz Deutschland bekannt.

In vielen Gemeinden hat er als Gast Gottesdienste gehalten, wie z.B. „Schönheit gilt es zu schauen“ oder „Engel und Engelgeschichten in der Bibel“, und sich einen Namen gemacht. Am 9. November 2003 wurde er mit dem Emil-Ludwig-Fackenheim-Preis der Jüdischen Gemeinde Halle/Saale geehrt. Auf seiner Verabschiedung durch die Gesellschaft der Freunde und Förderer Kloster Drübeck wurde scherzhaft gesagt, »dass sich die Kirche den Luxus Doktor Begrich und den Luxus dieses Wahrheitssuchers geleistet hat, ist schön. Danke!« Wir jedenfalls sind stolz, einen so weitgereisten, gebildeten und tollen Menschen kennengelernt zu haben und freuen uns auf ein Wiedersehen! (cp)

»Nice to meet you und Shalom mein Freund!«

Fotos: Trend Journal Claus Perner